Montag, 30. März 2020

PETRA-III für Corona-Forschung aus dem Stand-By wieder hochgefahren.

Mindestens bis Ostern läuft PETRA-III für die Corona-Forschung.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von DESY, den Universitäten Hamburg und Lübeck sowie vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME) verfolgen bei ihrer Suche nach einem solchen Mittel den Ansatz der Strukturbiologie. Mit dem hellen Röntgenlicht von DESYs Forschungslichtquelle PETRA III lässt sich die dreidimensionale räumliche Struktur von Proteinen auf 0,1 Nanometer genau darstellen. Das Team untersucht dabei rund 3700 Wirkstoffe aus dem sogenannten Screening Port des IME daraufhin, ob sie an eines der Proteine binden.
Wann und ob diese Suche von Erfolg gekrönt sein wird, lässt sich bei derartigen Studien nicht vorhersagen.

Mittwoch, 18. März 2020

Die Anlagen werden heruntergefahren und wir gehen ins Home-Office

Auch wir müssen auf die Corona-Krise reagieren und haben beschlossen die Anlagen herunterzufahren und die Anzahl anwesender Mitarbeiter stark zu reduzieren.Ab morgen arbeiten wir überwiegend im Home-Office. Außer dem Chef und dem Deputy sind täglich wechselnd drei Kollegen im Büro bzw. Labor.
Ein Ende dieser Ausnahmesituation ist derzeit nicht absehbar.

PETRA läuft noch bis Freitag für die Beamline P11. Dort forschen Mitarbeiter des Labors für Strukturbiologie von Infektion und Entzündung der Uni Lübeck am Corona-Virus. Anschließend bleibt PETRA im Standby, um gegebenenfalls zügig für die Corona-Forschung einsatzbereit zu sein.

Wir hoffen dass es euch Pensionären gut geht und dass ihr vollzählig durch die Krise kommt. 

Bleibt gesund!

Freitag, 8. November 2019

Weihnachtsfeier

Liebe Pensionäre es ist bald wieder so weit!




Am
Dienstag dem 10.12.2019
findet unsere Weihnachtsfeier statt


Örtlichkeiten:

 Programm:
  • 15:00 Uhr: Treffen in unserer Kaffeeküche in der 3. Etage
  • 15:43 Uhr: Start zur XFEL-Tour von Geb. 30b aus
  • 17:30 Uhr: Ende XFEL-Tour, Spaziergang zu Geb. 48e
  • 18:00 Uhr: Essen, trinken, snacken


Essen: Kassler, Kartoffelgratin, Krautsalat & Remoulade von Schlachtermeister Radbruch

Trinken: Rotwein, Bier, Fritz-Cola, Limonade, Wasser

Sonderwünsche können von unseren verehrten Pensionären geäußert werden und werden nach Möglichkeit auch erfüllt (E-Mail an Michael)



Folgende Pensionäre haben bereits zugesagt:

    • P.H.
    • A.R. 
    • P.N. 
    • R.W. 
    • K.R. 
    • A.S. 
    • E.S. 
    • H.M.

      Freitag, 11. Oktober 2019

      Bekommt PETRA-III ein Harmonischen-HF-System?

      Bei PETRA-IV werden die Bunche extrem kurz sein, so dass der daraus resultierende Spitzenstrahlstrom bis zu 1300 A betragen wird. Zum Vergleich: Bei PETRA-III beträgt der Spitzenstrahlstrom 205 A. Die hohe Bunch-Ladungsdichte reduziert die Bunch-Lebensdauer stark und ist auch gefährlich für diverse Maschinenkomponenten (Strahlstommonitore, Vakuum-Schiebestücke, Cavities). Sie lässt sich reduzieren wenn man die Bunche longitudinal streckt. Dafür setzt man sogenannte Harmonischen-HF-Systeme ein, die bei einer vielfachen der Beschleunigungsfrequenz betrieben werden. Durch die Überlagerung der beiden Frequenzen "sieht" der umlaufende Bunch dann ein flaches Beschleunigungsspannungs-Plateau anstatt einer steilen Beschleunigungsspannungs-Flanke und seine Ladung verteilt sich über einen längeren Bereich.

      Das es bei DESY keine Erfahrung mit dem Betrieb von Harmonischen-HF-Systemen (mehr) gibt und man schon mit PETRA-III einiges für PETRA-IV lernen könnte, kam der Wunsch auf, in PETRA-III ein Harmonischen-HF-Systeme für Studienzwecke aufzubauen. Alle wesentlichen Komponenten dafür (Cavities, Klystron, Zirkulator, Hohlleiter) sind vorhanden. Es wären lediglich noch der Beschluss und einiges an Arbeitskraft erforderlich um die Sache in die Tat umzusetzen.
      Es gibt da allerdings noch einen Show-Stopper. Die HOM-Impedanz der vorhandenen 1-GHz 6-Zeller ist zu hoch. Sie müsste durch HOM-Dämpfungsmaßnahmen im Frequenzbereich 1525 .. 1550 MHz um den Faktor 100 reduziert werden.



      Erste Untersuchungen zur HOM-Dämpfung wurden durchgeführt. Ob sie Erfolg haben werden ist noch nicht abzusehen. 





      Samstag, 5. Oktober 2019

      FERRITE Hohlleiter-Absorber kommen ans Ende ihrer Lebenszeit

      Nach über 20 Jahren zuverlassigem Betrieb kommen unsere 100 kW / 500 MHz FERRITE Hohlleiter-Absorber offensichtlich ans Ende ihrer Lebenszeit. Es häufen sich Kühlwasserleckagen. Bisher ist etwa 1/4 des Bestandes durch Wasserleckagen ausgefallen. Die Leckagen treten fast immer an derselben Stelle auf. Bisherige Untersuchungen lassen auf Ausspülungen aufgrund zu hoher Wasserfließgeschwindigkeit schließen. Einige Absorber konnten bereits erfolgreich mit Epoxidharz gedichtet werden. Ob die Absorber soweit aufgearbeitet werden können, dass sie mindestens weitere 10 Jahre zuverlässig betrieben werden können, wird gegenwärtig geprüft.


       

      Dienstag, 17. September 2019

      PETRA-IV

      Seit Herbst 2018 wird am "Conceptual Design Report" CDR für PETRA-IV gearbeitet. Jetzt ist er nahezu fertig. Die HF-Systeme von PETRA-IV werden mit denen von DORIS-III, HERA oder PETRA-III nicht mehr viel gemein haben. Anstatt Klystron-Sender wird es Transistor-Sender geben. Anstatt 5- oder 7-zelliger Cavities wird es 1-zellige HOM gedämpfte Cavities geben. Es wird nicht mehr ein Sender mehrere Cavites speisen, sondern jeder Sender nur ein Cavity. Die Frequenz bleibt bei 500 MHz aber es kommen 1,5 GHz der Harmonischen-Systeme hinzu.
      Es wird bei PETRA-IV 24 500 MHz HF-Sub-Systeme und 24 1,5 GHz HF-Sub-Systeme geben. Diese werden zu 6 HF-Systemen gruppiert. Jedes HF-System besteht aus vier 500 MHz / 110 kW Transistorverstärkern, vier HOM gedämpften 500 MHz Cavities, vier 1,5 GHz / 10 kW Transistorverstärkern und 4 HOM gedämpften 1,5 MHz Cavities. 



      Alle HF-Systeme werden in einer neuen Halle, die zwischen die bestehenden PETRA-Süd-Senderhallen gebaut wird, untergebracht. Die Halle wird zum Teil über dem PETRA-Tunnel stehen, so dass die Speisung der Cavities durch die Tunneldecke erfolgen kann.





      Dienstag, 20. August 2019

      Betriebsausflug



      Streckenverlauf der Rad-Tour

      Auf dem Kontorhaus Dockland (Fischereihafen)

      Päuschen am Fischmarkt

      Päuschen auf Entenwerder

      Ziel: Kaltehofe

      Donnerstag, 25. Juli 2019

      Modulator-Röhre des Testsenders oszilliert

      Am Testsender wurde das Thales-Klystron gegen ein ausgesondertes Philips-Klystron ausgetauscht. Da zum Betrieb des Teststandes (CaTs) nicht mehr als ca. 300 kW HF-Leistung erforderlich ist, sollte es nur mit 50 kV Kathodenspannung betrieben werden. Dazu musste eine Anzapfung an den Hochspannungs-Widerstandstonnen verändert werden. Anschließend kam es beim Hochlaufen der HV, bei etwa 12 kV, zu zunächst unerklärlichen Interlockauslösungen wie: "Modulatorerde nicht aufgelegt" und "Modulatorheizstrom zu gering". 


      Das Rätsel war gelöst, nachdem wir mit Antenne und Spektrumanalysator gemessen hatten was da so aus dem Modulatorraum kommt.

      Messung mit Antenne und Spektrumanalysator durch das Fenster in den Modulatorraum hinein
      Bei etwa 12 kV Kathodenspannung sind 12 MHz inkl. einiger Oberwellen zu messen
      Die Ferritringe über Kathoden- und Heizungsanschlusskabel erinnern daran, dass der Modulator nicht zum ersten Mal oszilliert.
      Eine Analyse der Modulator-Instabilität wurde begonnen, jedoch leider nicht zu Ende geführt. Statt dessen wurde pragmatisch einfach ein dicker Kondensator direkt in den Röhrensockel zwischen Kathode und Gitter eingebaut. Damit war das Problem zwar nicht wirklich gelöst aber die Oszillationen treten nicht mehr auf.

      Mittwoch, 10. April 2019

      Überraschender Zufallsfund

      Nachdem an einem Ferrite Hohlleiterabsorber im PETRA-Tunnel ein Wasserleck aufgetreten war, haben wir sukzessive alle Absorber zur Inspektion ausgetauscht.  Dabei machten wir einen überraschenden Zufallsfund. Zunächst fielen nur die Überschlagsspuren im Hohlleiter auf. Als dann Ferritstückchen aus dem Hohlleiterabsorber rieselten, war die Ursache für die Überschlagsspuren im Hohlleiter klar. Aber warum hatte es im Absorber gespratzelt? Diese Frage konnte nicht geklärt werden. In den Archiv-Daten wurde keine Überlastung des Absorbers gefunden. Möglicherweise lag der Vorfall schon mehrere Jahre zurück, denn obwohl der Absorber äußerst lädiert erscheint, war er messtechnisch noch ziemlich gut in Form. Die Reflexionsdämpfung von 24 dB @ 500 MHz ist zwar deutlich außerhalb der Spezifikation aber trotzdem noch recht ordentlich. Die in früheren Zeiten verwendeten koaxialen Wasserlasten waren diesbezüglich auch nicht besser.
      Spratzelspuren im Hohlleiter

      Zerstörte Ferrit-Kacheln im geöffneten Absorber

      Noch recht ordentliche Reflexionsdämpfung des lädierten Absorbers

      Dienstag, 15. Januar 2019

      Experiment "Resonanter Ring" für künftige Koppler-Tests

      "Resonante Ringe" auch "Wanderwellenresonatoren" oder abgekürzt "TWR" werden benutzt, um verlustarme Hochleistungs-HF-Komponenten wie Koppler, Zirkulatoren, HF-Fenster, zu testen oder zu konditionieren. Bei einem TWR kann man theoretisch eine Leistungsverstärkung von 10 erreichen. In der Praxis liegt sie aber eher bei 5. Das bedeutet, dass man beispielsweise für den Test eines DUT (device under test) mit 250 kWcw lediglich 50 kWcw Senderleistung benötigt, da die HF-Leistung vom Ausgang des DUT über den TWR wieder zu dessen Eingang zurückgeführt wird. Die über einen Richtkoppler mit typischerweise 10 dB Koppeldämpfung angeschlossene HF-Leistungquelle muss dabei lediglich die Verluste des TWR und des DUT ersetzen.

      Skizze des TWR-Aufbaus in Halle 2a mit dem sog. CERN-Cavity und zwei Kopplern als DUT

      TWR-Aufbau in Halle 2a mit dem sog. CERN-Cavity und zwei Kopplern als DUT. Am Richtkoppler (blau) sind anstelle der HF-Leistungsquelle (Klystron) und des Absorbers noch Messübergänge für Kleinsignalmessungen angeschlossen.

      Zu einem wirklichen Leistungstest ist es bisher nicht gekommen, da sich das Tuning des TWR schwierig gestaltete. Einerseits ist zur Einstellung der Resonanzbedingung ein automatisch nachgeführter Phasenschieber im TWR erforderlich, der die erwärmungsbedingte Phasendrehung der Cavity kompensiert. Andererseits müssen Reflexionen des TWR und des DUT kompensiert werden, um im TWR gegenläufige Wanderwellen zu vermeiden.

      Freitag, 2. November 2018

      Weihnachtsfeier 2018




      Impressionen des Jahres 2018

      Liebe Pensionäre es ist bald wieder so weit!

      Am 
      Mittwoch dem 19.12.2018
      findet unsere Weihnachtsfeier statt


      Programm:

      Teil 1: Besichtigung der NDR-Rundfunksenderanlage in Moorfleet
      • Adresse: Unterer Landweg 93, 22113 Hamburg
      • Uhrzeit:   15:00 Uhr


      Anfahrt mit dem HVV




      Teil  2: Essen iRestaurant " BLOCKBRÄU "
      • Adresse:  St. Pauli Landungsbrücken 3, 20359 Hamburg
      • Uhrzeit:   18:30 Uhr

      Folgende Pensionäre haben bereits zugesagt:

      1. P.H.
      2. R.W.
      3. A.S.
      4. P.N.
      5. A.R.
      6. K.R.





      Freitag, 12. Oktober 2018

      Dosisleistung durch Röntgenstrahlung der PETRA 5- und 7-Zeller


      Die beim Betrieb einer Cavity entstehende Röntgenstrahlung ist nicht unerheblich und hängt exponentiell von der erzeugten HF-Spannung und etwa linear vom Gasdruck ab. Verursacht wird die Röntgenstrahlung durch Elektronen, die aus der Wandung oder durch Ionisation aus dem Restgas ausgelöst und im HF-Feld beschleunigt werden. Ihre Maximalenergie hängt von der Spannung ab, die sie durchlaufen bevor sie an einer Wandung abgebremst werden und Bremsstrahlung (Röntgenstrahlung) erzeugen. 
      Der Zusammenhang zwischen HF-Spannung und erzeugter Röntgenstrahlung wurde zuletzt im Jahr 1984 untersucht und in dem Internen Bericht DESY D3/MHF-51 "Die Dosisleistung durch Röntgenstrahlung beim Betrieb von Hochfrequenz-Resonatoren" dokumentiert. 1984 wurde messtechnisch verifiziert, dass der Betrieb von 5- oder 7-zelligen Cavities vom Typ PETRA unterhalb einer Verlustleistung von 50 kW bezüglich des Strahlenschutzes unbedenklich ist. Sicherheitshalber wurde derzeit die Grenze für den HF-Betrieb ohne zusätzliche Strahlenschutzmaßnahmen (vulgo "Interlockgebiet") auf 40 kW Verlustleistung begrenzt. 40 kW entspricht bei einem PETRA-5-Zeller einer HF-Spannung von 235 kV/Zelle und bei einem PETRA-7-Zeller einer HF-Spannung von 215 kV/Zelle.
      Die Messungen von 1984 wurden jetzt am Cavity-Teststand CaTs einer Überprüfung unterzogen und konnten im Rahmen der Messgenauigkeit bestätigt werden. 

      Die Strahlenschutzverordnung schreibt ab einer Ortsdosisleistung von 3 µSv/h die Einrichtung eines Kontrollbereiches vor. Dieser Grenzwert wurde gemäß der Messungen von 1984 bei einer HF-Spannung von 243 kV/Zelle erreicht. Gemäß der aktuellen Messungen sind 277 kV/Zelle erforderlich, um dem Grenzwert zu erreichen.  Beim PETRA-5-Zeller entspricht 277 kV/Zelle einer Cavity-Verlustleistung von 56 kW. Beim PETRA-7-Zeller entspricht 277 kV/Zelle einer Cavity-Verlustleistung von 67 kW. Der Verlustleistungsgrenzwert von 40 kW kann somit als sicher betrachtet werden.
       
      Positionierung der Gamma-Detektoren an der Cavity-Stirnseite. Erwartungsgemäß ist die gemessene Dosisleitung auf der Cavity-Achse (Messposition 1) am höchsten. Die Dosisleistung an Messposition 2 ist ca. 2 Größenordnungen niedriger

      Postionierung eines Gamma-Detektors am Zellenmantel. Die Dosisleistung an Messposition 3 ist ebenfallls ca. 2 Größenordnungen niedriger als bei Messposition 1

      Donnerstag, 6. September 2018

      Gibt es ein zweites Leben für die seit Jahrzehnten im DORIS-Keller eingelagerten 1-GHz-Cavities?

      Aufgrund des steigenden Platzbedarfs für SINBAD in den ehemaligen DORIS-Kellerbereichen wurde schon darüber nachgedacht die seit dem Ende von PETRA-I im DORIS-Keller eingelagerten 1-GHz-Cavities zu verschrotten. Jetzt kam allerdings die Idee auf, einen Teil davon (etwa 3 bis 5 Stück) für ein neues Harmonischen-HF-System zur Bunch-Verlängerung bei PETRA-III zu verwenden.

      Seit dem Ende von PETRA-I im DORIS-Keller eingelagerte 1-GHz-Cavities
       Ob es dazu kommen wird hängt von mehreren Bedingungen ab. Eine notwendige Bedingung ist die Möglichtkeit einer wirksamen HOM-Bedämpfung. Erste Ideen zur Realisierung einer simplen und wirkungsvollen HOM-Bedämpfung werden derzeit untersucht.

      Freitag, 17. August 2018

      Neuer 13-GHz-Spektrumanalysator lauscht am Strahl

      Zur Beobachtung von Strahlinstabilitäten wurde ein neuer Spektrumanalysator mit 13,6 GHz Bandbreite beschafft. Das zur analysierende Strahlsignal wird parasitär aus einem der longitudinalen Feedback-Cavities in PETRA-Ost abgenommen und auf kurzem Kabelweg zu dem im Feedback-Container PETRA-Ost installierten Spektrumanalysator geleitet. Der Spektrumanalysator kann via Remote Desktop vom Beschleunigerkontrollraum aus für Maschinenstudien bedient werden.

      Eine unter vielen interessanten Anwendungsmöglichkeit ist die Messung der Bunch-Länge in Echtzeit. Ein Bunch sieht für den Spektrumanalysator aus wie ein kurzer, periodisch wiederkehrender Strompuls. Ein solcher Strompuls weist in seinem Frequenzspektrum eine charakteristische Lücke auf. Der Kehrwert dieser Frequenzlücke entspricht der Bunch-Länge. Die Bunch-Länge von PETRA-III beträgt bei normalen Betriebsbedingungen 100 ps (FWHM). Daher liegt die Frequenzlücke bei 1/100 ps = 10 GHz.


      Dienstag, 7. August 2018

      Bessere Diagnose bei HV-Überschlägen an den PETRA-Senderanlagen

      Trotz der bereits im August 2017 im Artikel "Gelegentliche HV-Überschläge am Sender PETRA-SL" beschriebenen Maßnahmen, kam es wiederholt zu Überschlägen, ohne dass der Überschlagsort lokalisiert werden konnte. Um diesen Mangel zu beheben, wurde in den Stromkreis zum Modulator-Netzteil und in den
      Stromkreis zur Modulationsanode des Klystrons je ein Widerstand eingebaut.

      Am Messspannungsteiler zur Modulationsanodenspannungsmessung installierte Widerstände zur Lokalisierung von HV-Überschlägen

      Mithilfe dieser Widerstände ergeben sich unterschiedliche Signaturen der am Messspannungsteiler gemessenen Spannungsverläufe; je nachdem, ob sich ein Überschlag am oder im  Modulator-Netztei, im Bereich des Modulators oder im Bereich der Klystron-Kanone ereignet.

      HOM-Radio

      Zur Beobachtung von higer order modes "HOM" wurde für PETRA-III ein System entwickelt und gebaut, dass bis zu 100 HOMs pro Cavity empfangen und die Amplitudenwerte archivieren kann. Das System befindet sich noch im Versuchsstadium und scannt derzeit nur die sechs Cavities des HF-Systems PETRA-Süd-Links. Die Erweiterung auf das HF-Systems PETRA-Süd-Rechts soll noch in diesem Jahr erfolgen. 

      Provisorischer HOM-Radio-Laborwagen-Aufbau im PETRA-Tunnel zwischen den Cavities

        Das HOM-Überwachungssystem funktioniert nach dem Prinzip eines Überlagerungsempfängers (auch Superheterodynempfänger oder kurz Superhet genannt) und hat daher den Namen HOM-Radio bekommen.

      Der Empfangsbereich des HOM-Radios reicht von 500 MHz bis 2 GHz. Derzeit werden 40 Kanäle im Frequenzbereich zwischen 692 MHz und 1,837 GHz mit einer Abtastrate von 10 Kanälen pro Sekunde gescannt.

      Eine speziell für das HOM-Radio entwickeltes Softwareprogramm dient zur visuellen Darstellung und Auswertung der HOM-Signale.

      Beta-Version der Visualisierungs- und Auswertesoftware







      Montag, 25. Juni 2018

      HERA-Tunnel Nord ist für ALPS geräumt

      Das Experiment ALPS-II soll im HERA-Tunnel Nord aufgebaut werden. Dazu war es erforderlich, den geraden Tunnelbereich von HERA-Nord-Links bis Nord-Rechts frei zu räumen. Neben ein paar Magneten des Protonen-Ringes mussten die beiden HF-Strecken abgebaut werden. Die Hohlleiter wurden direkt verschrottet während die Cavities zunächst einmal in der Senderhalle HERA-Nord eingelagert wurden.
      In der Senderhalle HERA-Nord eingelagerte Cavities aus dem Tunnel Nord-Links und Nord-Rechts

      Mittwoch, 6. Juni 2018

      Die ersten "Russen-Absorber" erreichen ihr Lebensdauerende

      In letzter Zeit traten vermehrt Wasserleckagen an den 500-MHz-Hohlleiterabsorbern des Typs FWLH 3-2 (Ferrite) auf. 

      Sprühnebel durch ein Wasserleck an einem Absorber im Senderhallenkeller Geb.16
      Die Leckstellen befinden sich oft auf halber Länge der Kühlwasserverteilerrohre. Exakt dort, wo diese mit einer Scheibe verschlossen sind. Die Scheiben sind im Verteilerrohr durch beiseitige Einwalzungen fixiert. Aufgrund von Ungenauigkeiten gibt es zumindest bei einem Teil dieser Verschlüsse schmale, offene Spalte zwischen Rohrinnenwandung und Scheibenumfang. An diesen Stellen kann vermutlich Wasser mit so hoher Geschwindigkeit hindurchfließen, dass Kavitationskorrosion entsteht.

      Möglicherweise durch Kavitation entstandene Perforation des Kühlwasserverteilers
       
      Vom Absorber-Typ FWLH 3-2 wurden im Zeitraum 1997 bis ca. 2002 60 Stück für HERA beschafft. Nach der Stilllegung von HERA wurden viele bei DORIS-III, DESY-II und PETRA-III weiter verwendet. Manche dieser Absorber sind mittlerweile über 15 Jahre dauerhaft im Einsatz, andere waren dagegen nur wenige Jahre in Betrieb. Daten über die exakte Betriebsdauer jedes Absorbers sind leider nicht verfügbar. Es ist daher derzeit nicht klar, ob das Schadenbild der Kühlwasserrohrperforation im Wesentlichen mit Betriebsdauer zusammenhängt und somit früher oder später bei allen baugleichen Absorbern auftreten wird, oder ob es nur bei den wenigen Absorbern auftritt, die Kavitation begünstigende Spalte zwischen Rohrverschluss und Rohrinnenwandung aufweisen.






      Donnerstag, 3. Mai 2018

      Neuer starker Leuchtfleck auf dem Einkoppler von SL-Cy1 entdeckt


      Mitte Dezember 2012 wurde die erste Kamera an Cavity SL_Cy4 in Betrieb genommen, um Kopplerprobleme rechtzeitig erkennen zu können. Nach erfolgreichem Probebetrieb wurden dann bis November 2013 nach und nach alle Cavities mit Kameras ausgerüstet.
      Schon beim ersten 40-Bunch-Betrieb vielen diverse gelb-weiß leuchtende Punkte auf. Eine Erklärung steht bis heute aus. Da das Erscheinen der gelb-weiß leuchtende Punkte offensichtlich mit der Bunch-Ladung zusammenhängt und im sogenanten Continuous-Mode (>240 Bunche) ausbleibt, ist ein Zusammenhang mit higher order modes (HOM) naheliegend.
      Ob jedoch Felder dieser HOM thermisch isolierte Partikel auf den Oberflächen bis zur Weißglut aufheizen, oder ob Feldemission im Spiel ist, ist unbekannt.

      Überraschend ist nun ein neuer Leuchtpunkt bei SL_Cy1 aufgetreten. Der Zeitpunkt des Auftretens kann nicht genau aungegeben werden. Das letzte Kamerabild ohne diesen neuen Leuchtpunkt stammt vom 12. Okt. 2017. Das erste Kamerabild mit diesen neuen Leuchtpunkt stammt vom 3. Mai 2018. Im Datenarchiv wurde am 23. März 2018 ein Helligkeitssprung des Kamerasignales aufgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt wurde aber PETRA auch erstmals wieder nach längerer Zeit mit 40 Bunchen betrieben. Mit einiger Wahrscheinlichkeit kann man nur sagen, dass die Ursache für diesen neuen Leuchtpunkt zwischen dem 22.12.2017 und dem 23. März 2018 eingetreten sein muss.

      Letztes dokumentiertes Kamerabild ohne den neuen Leuchtfleck vom 12. Oktober 2017
      Wahrscheinlich seit dem 22.3.2018 im 40-Bunch-Betrieb mit 100 mA vorhandener, aber erst am 3.5.2018 entdeckter neuer Leuchtfleck


      Überlagerung des Kamerabildes im Strahlbetrieb bei 100 mA 40 Bunchen mit einem Einkopplerfoto

      Dienstag, 20. März 2018

      Strategie 2030 – DESY stellt die Weichen für Forschung und Innovation

      DESY hat seine Strategie für die nächsten Jahre bekanntgegeben. Zu DESYs Plänen für die nächsten Jahre zählen unter anderem der Bau des besten 3D-Röntgenmikroskops der Welt, die Erweiterung des Röntgenlasers European XFEL, ein neues Center for Data and Computing Science sowie die Stärkung von Technologietransfer und Innovationen. 

      Veranstaltung DESY 2030 im Stage Theater an der Elbe
       
      DESY plant mit PETRA IV das ultimative 3D-Röntgenmikroskop; es wird 100 Mal detailreichere Bilder von Abläufen im Nanokosmos liefern, als es heute möglich ist, und stößt damit an die Grenze des physikalisch Machbaren. Bereits im kommenden Jahr soll das detaillierte Konzept vorliegen und 2021 die „Bauanleitung“, der Technical Design Report. 2026 könnten erste Experimente beginnen.