Montag, 25. Juni 2018

HERA-Tunnel Nord ist für ALPS geräumt

Das Experiment ALPS-II soll im HERA-Tunnel Nord aufgebaut werden. Dazu war es erforderlich, den geraden Tunnelbereich von HERA-Nord-Links bis Nord-Rechts frei zu räumen. Neben ein paar Magneten des Protonen-Ringes mussten die beiden HF-Strecken abgebaut werden. Die Hohlleiter wurden direkt verschrottet während die Cavities zunächst einmal in der Senderhalle HERA-Nord eingelagert wurden.
In der Senderhalle HERA-Nord eingelagerte Cavities aus dem Tunnel Nord-Links und Nord-Rechts

Mittwoch, 6. Juni 2018

Die ersten "Russen-Absorber" erreichen ihr Lebensdauerende

In letzter Zeit traten vermehrt Wasserleckagen an den 500-MHz-Hohlleiterabsorbern des Typs FWLH 3-2 (Ferrite) auf. 

Sprühnebel durch ein Wasserleck an einem Absorber im Senderhallenkeller Geb.16
Die Leckstellen befinden sich oft auf halber Länge der Kühlwasserverteilerrohre. Exakt dort, wo diese mit einer Scheibe verschlossen sind. Die Scheiben sind im Verteilerrohr durch beiseitige Einwalzungen fixiert. Aufgrund von Ungenauigkeiten gibt es zumindest bei einem Teil dieser Verschlüsse schmale, offene Spalte zwischen Rohrinnenwandung und Scheibenumfang. An diesen Stellen kann vermutlich Wasser mit so hoher Geschwindigkeit hindurchfließen, dass Kavitationskorrosion entsteht.

Möglicherweise durch Kavitation entstandene Perforation des Kühlwasserverteilers
 
Vom Absorber-Typ FWLH 3-2 wurden im Zeitraum 1997 bis ca. 2002 60 Stück für HERA beschafft. Nach der Stilllegung von HERA wurden viele bei DORIS-III, DESY-II und PETRA-III weiter verwendet. Manche dieser Absorber sind mittlerweile über 15 Jahre dauerhaft im Einsatz, andere waren dagegen nur wenige Jahre in Betrieb. Daten über die exakte Betriebsdauer jedes Absorbers sind leider nicht verfügbar. Es ist daher derzeit nicht klar, ob das Schadenbild der Kühlwasserrohrperforation im Wesentlichen mit Betriebsdauer zusammenhängt und somit früher oder später bei allen baugleichen Absorbern auftreten wird, oder ob es nur bei den wenigen Absorbern auftritt, die Kavitation begünstigende Spalte zwischen Rohrverschluss und Rohrinnenwandung aufweisen.






Donnerstag, 3. Mai 2018

Neuer starker Leuchtfleck auf dem Einkoppler von SL-Cy1 entdeckt


Mitte Dezember 2012 wurde die erste Kamera an Cavity SL_Cy4 in Betrieb genommen, um Kopplerprobleme rechtzeitig erkennen zu können. Nach erfolgreichem Probebetrieb wurden dann bis November 2013 nach und nach alle Cavities mit Kameras ausgerüstet.
Schon beim ersten 40-Bunch-Betrieb vielen diverse gelb-weiß leuchtende Punkte auf. Eine Erklärung steht bis heute aus. Da das Erscheinen der gelb-weiß leuchtende Punkte offensichtlich mit der Bunch-Ladung zusammenhängt und im sogenanten Continuous-Mode (>240 Bunche) ausbleibt, ist ein Zusammenhang mit higher order modes (HOM) naheliegend.
Ob jedoch Felder dieser HOM thermisch isolierte Partikel auf den Oberflächen bis zur Weißglut aufheizen, oder ob Feldemission im Spiel ist, ist unbekannt.

Überraschend ist nun ein neuer Leuchtpunkt bei SL_Cy1 aufgetreten. Der Zeitpunkt des Auftretens kann nicht genau aungegeben werden. Das letzte Kamerabild ohne diesen neuen Leuchtpunkt stammt vom 12. Okt. 2017. Das erste Kamerabild mit diesen neuen Leuchtpunkt stammt vom 3. Mai 2018. Im Datenarchiv wurde am 23. März 2018 ein Helligkeitssprung des Kamerasignales aufgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt wurde aber PETRA auch erstmals wieder nach längerer Zeit mit 40 Bunchen betrieben. Mit einiger Wahrscheinlichkeit kann man nur sagen, dass die Ursache für diesen neuen Leuchtpunkt zwischen dem 22.12.2017 und dem 23. März 2018 eingetreten sein muss.

Letztes dokumentiertes Kamerabild ohne den neuen Leuchtfleck vom 12. Oktober 2017
Wahrscheinlich seit dem 22.3.2018 im 40-Bunch-Betrieb mit 100 mA vorhandener, aber erst am 3.5.2018 entdeckter neuer Leuchtfleck


Überlagerung des Kamerabildes im Strahlbetrieb bei 100 mA 40 Bunchen mit einem Einkopplerfoto

Dienstag, 20. März 2018

Strategie 2030 – DESY stellt die Weichen für Forschung und Innovation

DESY hat seine Strategie für die nächsten Jahre bekanntgegeben. Zu DESYs Plänen für die nächsten Jahre zählen unter anderem der Bau des besten 3D-Röntgenmikroskops der Welt, die Erweiterung des Röntgenlasers European XFEL, ein neues Center for Data and Computing Science sowie die Stärkung von Technologietransfer und Innovationen. 

Veranstaltung DESY 2030 im Stage Theater an der Elbe
 
DESY plant mit PETRA IV das ultimative 3D-Röntgenmikroskop; es wird 100 Mal detailreichere Bilder von Abläufen im Nanokosmos liefern, als es heute möglich ist, und stößt damit an die Grenze des physikalisch Machbaren. Bereits im kommenden Jahr soll das detaillierte Konzept vorliegen und 2021 die „Bauanleitung“, der Technical Design Report. 2026 könnten erste Experimente beginnen.

Dienstag, 23. Januar 2018

Koaxialer BIRD-Absorber als Ersatz für FERRITE-Hohlleiter-Absorber mit Wasserleck

Am Sender DESY-Nord (ehemals Testsender Halle 2a) war am Absorber 06 (Zirkulator-Balance-Absorber) ein Wasserleck aufgetreten. Da einerseits die FERRITE-Hohlleiter-Absorber-Reserven endlich sind und andererseits diese Absorber-Position im Betrieb kaum mit Leistung beaufschlagt wir, haben wir uns für einen koaxialen BIRD-Absorber als Ersatz entschlossen.


Diese BIRD-Absorber (Typ 8775N) wurden 2005 als Ersatz für die altersbedingt mit hoher Rate zerfallenden 3 1/8-Zoll DESY-Eigenbau-Absorber bei HERA beschafft. Die meisten dieser Absorber kamen aber bis zum Laufzeitende von HERA nicht zum Einsatz und liegen seither ungenutzt auf Lager.


BIRD-Absorber Typ 8775N als Ersatz für eine Ferrite-Load Typ FWLH 3-2 an Position Abs 06 der Senderanlage DESY-Nord

Montag, 27. November 2017

Weihnachtsfeier 2017




Impressionen des Jahres 2017

Liebe Pensionäre es ist bald wieder so weit!

 
Am 
Dienstag dem 12.12.2017
findet unsere Weihnachtsfeier statt


Programm:

Teil 1: Bowlen bei Gilde-Bowling 44 in Othmarschen beim UCI
      • Adresse:  Baurstraße 2, 22605 Hamburg
      • Uhrzeit:   16:00 Uhr


Teil  2: Essen im  Louisiana
      • Adresse:  Baurstraße 2, 22605 Hamburg
      • Uhrzeit:   18:30 Uhr

          

          Mittwoch, 30. August 2017

          Gelegentliche HV-Überschläge am Sender PETRA-SL


          Im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte August wurden drei HV-Überschläge am Sender PETRA-SL registriert. Die Analyse der Transientenrekorder-Daten zeigte, dass die Schwachstelle im Stromkreis zwischen der Modulationsanode und der Kathode von Klystron 1 liegen musste. Der Verdacht fiel zunächst auf das Klystron selbst. Das Klystron konnte allerdings ohne besondere Probleme bis auf 85 kV abgespannt werden. Die im Betrieb an dieser Stelle auftretende Spannung beträgt maximal 65 kV.
          Als nächstes wurde das Klystron vom Modulator getrennt und der Modulator separat betrieben. Es traten dann tatsächlich ab einer Spannung von 55 kV gelegentliche kurze Entladungen auf; allerdings betrug die Ereignisdauer weniger als 40 µs. Ein Austausch des Modulatornetzgerätes änderte nichts, so dass als Verursacher nur noch das HV-Kabel zwischen dem Modulatornetzteil und einem Messspannungsteiler, der Messspannungsteiler selbst, das HV-Kabel zum Kurzschlussrelais und das Kurzschlussrelais selbst in Frage kamen. 
          Das schrittweise Abklemmen der genannten Komponenten führte schließlich zum Kurzschlussrelais als Verursacher. Vermutlich ereigneten sich die Überschläge zwischen dem Modulationsanodenpotenzialanschluss (linke rot umrandete Potenzialsteuerkugel) und dem elektromechanischen Antrieb des Relais (unter dem rot umrandeten Potenzialsteuerdach). Die Vermutung  konnte bisher nur indirekt dadurch bestätigt werden, dass seit dem Anbringen der genannten Potenzialsteuerelemente keine HV-Überschläge mehr registriert wurden.


          Modulator-Kurzschlussrelais auf dem Modulatordach. An der linken rot umrandeten Potenzialsteuerkugel liegt das Modulationsanodenpotenzial des Klystrons an. Die rechte rot umrandete Potenzialsteuerkugel, das rot umrandete Potenzialsteuerdach und der gesamte Modulator liegen auf dem Klystron-Kathodenpotenzial.